Übertragung und Ansteckung

Gerd Altmann / pixelio.de


Der Norovirus gehört inzwischen zu den häufigsten Ursachen viraler Magen-Darm-Erkrankungen, da er sich auch außerhalb eines Körpers über Gegenstände, Nahrungsmittel und Bekleidung übertragen kann. Aufgrund seiner Resistenz können ihm auch Desinfektionsmittel sowie Umwelteinflüsse nichts anhaben. Unmittelbar nach der Übertragung dringen die Erreger des Norovirus in die Zellen der Darmwand ein und bewirken so eine rasche und überdies massenhafte Produktion neuer Viren. Durch das intensive Einfließen von Flüssigkeit in das Innere des Darms entstehen folglich Durchfall sowie Erbrechen als Abwehrreaktionen des eigenen Körpers.

Die extrem infektiösen Noroviren übertragen sich meist von Mensch zu Mensch, über Hände oder auch den Kontakt mit kontaminierten Gebrauchsgegenständen sowie verunreinigtes Wasser oder auch Lebensmittel. Die Infektion selbst geschieht dabei über eine perorale Aufnahme der Viren. Bei dem für die Noroviren üblichen explosionsartigen Erbrechen kommt es zudem zu einer Bildung von feinen, schwebenden Tröpfchen, einer sogenannten Aerosolisation von Viren. Die Noroviren können so auch über weitere Distanzen getragen werden. Die Person-zu-Person Übertragung spielt in diesem Zusammenhang die wesentlichste Rolle.


Bei der lebensmittelbedingten Übertragung werden dagegen drei Kontaminationsarten unterschieden: Infektion durch primär kontaminierte Lebensmittel, wie etwa Austern oder rohe Schalentiere, die direkte Kontamination von Lebensmitteln durch Personen, welche die Viren ausscheiden, sowie zuletzt die sekundäre Kontamination, bei der Früchte- und Gemüsesorten mit Wasser, welches mit Noroviren belastet ist, abgespült oder gewaschen werden. Eine Übertragung ist hierbei demnach vor allem im Bereich Rohkost oder auch derjenigen Lebensmittel, welche nicht bei mindestens 90 Grad Celsius erhitzt werden, möglich. Denn erst ab der genannten Temperatur können die möglichen Noroviren an oder in potentiellen Lebensmitteln inaktivert werden. Insbesondere öffentlich zugängliche Institutionen wie Pflege- und Altersheime, Universitäten, Schwimmbäder, Mensen oder auch andere Einrichtungen sind mit einem enorm hohen Ausbruchsrisiko belastet: Hier stehen Personal und Bewohner/Besucher in engem Kontakt und es besteht zumeist eine enorme Personendichte.

Der epidemische Verlauf zeichnet sich zu Beginn meist mit nur einigen wenigen Erkrankten aus. Werden keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen, kann es zu einer rasanten Entwicklung kommen.
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