Therapie & Sofortmaßnahmen

Bildquelle: Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de


Da es bisher noch keinen erfolgreichen Impfstoff gegen die Noroviren gibt und sich auch Antibiotika bisher stets wirkungslos gezeigt haben, steht neben dem schnellen Erkennen der Infektionsquelle zudem eine intensive Hygiene an oberster Stelle der Gegenmaßnahmen. Hierbei wird oftmals zum Tragen von Handschuhen und Mundschutz geraten. Dies gilt vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen und Küchen. Auch ein unnötiger Kontakt sollte, wenn möglich, vermieden werden. Vor allem das Händewaschen nach dem Nutzen öffentlicher Toiletten oder Räumlichkeiten sollte selbstverständlich sein.

Sollten als Ursache kontaminierte Speisen oder Getränke infrage kommen, sollten die empfohlenen Maßnahmen schnellstens eingeleitet werden, denn bereits beim Eintreten geringster gastrointestinaler Beschwerden – sprich Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes – besteht eine akute Ansteckungsgefahr. Um den Noroviren vorzubeugen, sollte darüber hinaus der Kontakt mit Erkrankten (hier vor allem mit Erbrochenem bzw. Stuhl) auf das Mindeste begrenzt werden, denn selbst wenige virushaltige Tröpfchen des Erkrankten reichen bereits aus, um sich selbst zu infizieren. Auch die Desinfektion der Hände, Räumlichkeiten und Oberflächen sowie das Reinigen der genutzten Textilien betroffener Personen bei 95 Grad Celsius sind unerlässlich, denn Noroviren bleiben in der Wäschetrommel besonders hartnäckig, sodass beim Waschen mit 30 Grad Celsius die Wäsche zwar sauber, aber nicht keimfrei wird. Um ebenfalls eine Übertragung durch die zuvor angemerkten, kontaminierten Speisen zu vermeiden, wird weiterhin empfohlen, vor allem Fischgerichte oder Meeresfrüchte nur gut durchgegart zu verzehren.



Therapiemaßnahmen im Überblick:

– intensive Körperhygiene
– Bettruhe
– viel trinken: Tee, Wasser und Fruchtäfte
– eventuell Gabe von Glucose-Elektrolyt-Lösung
– vermeiden von unnötigen Kontakten mit anderen Personen
– Desinfektion von Räumen, Personen, Textilien usw.
– erkrankte Personen isoliert unterbringen


Eine bereits infizierte Person sollte während der akuten Erkrankungsphase, bei der die Ansteckungsgefahr nachgewiesen am größten ist, zudem strikte Bettruhe einhalten und den Kontakt mit anderen auf das Möglichste einschränken. Angehörigen respektive Mitbewohnern wird dazu geraten, die erkrankte Person isoliert unterzubringen. Hierbei wird vor allem das Nutzen eines eigenen Zimmers (mit WC) beziehungsweise die Kohortenisolierung empfohlen.
Die tatsächliche Therapie beschränkt sich grundsätzlich vor allem auf den Ausgleich des Mineralsalz- und Flüssigkeitsverlustes, denn bei dieser Art von Durchfällen nimmt der Dickdarm folglich die Mineralsalze nicht mehr auf und überdies wird der Stuhl nicht weiter eingedickt. Bei Erwachsenen reicht dabei zumeist das vermehrte Trinken von Mineralwasser, Tee oder Fruchtsaft aus. Bei Kindern hingegen sollte der große Flüssigkeits- und Mineralsalzverlust zudem durch eine Glucose-Elektrolyt-Lösung ausgeglichen werden. Diese orale Rehydrationslösung in Form einer WHO-Trinklösung ist in der Regel in jeder Apotheke erhältlich.
Die Mortalitätsrate bei einer Norovirus Infektion liegt bei unter 0,1%, wobei 70-80% über 80 Jahre sind. Davon ausgehend kann man sagen, dass besonders älteren Menschen ein größeres Augenmerk bei der Therapie zukommt.

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